Sprache ist Heimat - auch bei Ortsnamen Es ist merkwürdig: Der "Sprachverderber" ORF (die Ö - Striche hat er längst der "Globalisierung" geopfert) berichtet über Schirennen in Spindlermühle, heute Tschechei. Anderntags, aber auch aus Harrachov, das deutsch Harrachsdorf heißt. "Politisch korrekt" (PC) oder einfach gedankenlos? Nun vielleicht ist der tschechisierte Name von Spindlermühle nämlich Spindleruv Mlýn unaussprechlich.
Jedenfalls sollten deutsch Sprechende immer auch die jahrhundertealten deutschen Namen hinzufügen - einfach aus Achtung vor der Geschichte und dem Schicksal der von dort brutal Vertriebenen. Es fällt uns nicht ein Milano statt Mailand, Roma statt Rom zu sagen. Aber schon bei Preßburg rührt sich der "PC - Reflex". Dabei war die Stadt drei Sprachgruppen ein Zentrum. Als Pozsony den Ungarn (sogar Krönungsstadt der ungarischen Könige), als Presporok den Slowaken und Bratislava ab 1919 und als Preßburg den Deutschen bis zur Vertreibung und bis heute im deutschen Sprachgebrauch. Europäische Geschichte ist wechselvoll. Geschichtsbewußtsein und Sprachbewußtsein haben viele Ähnlichkeiten. Gemeinsam ist die Achtung vor den bodenständigen, geschichtlichen Namen und Begriffen. Es wäre wünschenswert, wenn die Wegweiser im Norden Wiens so lauteten: Brünn/Brno, Olmütz/Olomouc, Prag/Praha. Wir Wiener fahren doch auch über die Brünnerstraße zu den Heurigen am Bisamberg, wo wir den bekannt "reschen" Brünnerstraßler trinken. Ein Brno-Straßler ist mir noch nie begegnet. Sprachschutz und Sprachbewahrung schließt Orts- und Flurnamen mit ein. Wenn nun Almen und Wege, Berge und Hügel in Südtirol flächendeckend italianisiert werden sollen, wo nie auch nur ein Italiener gelebt hat und lebt, dann ist das eine schlimme Form von Imperialismus, der im Europa des 21. Jahrhunderts nichts zu suchen hat. Jedes Volk nennt aus seiner Geschichte heraus die Orte, in der einst oder heute Menschen dieser Sprache lebten in seiner Sprache. Die Doppelbezeichnung mancher Orte spiegelt die Geschichte wider und zeigt die Achtung vor der gemeinsamen Geschichte der Völker Europas. Darauf zu verzichten, sich krampfhaft "politisch korrekt" zu verhalten, bedeutet geschichtslos und "sprachlos" zu sein. Ein Europa der Völker, Einheit in Vielfalt bedeutet auch die Achtung und Nennung ursprünglicher Orts- und Flurbezeichnungen. Sudetendeutscher Pressedienst (SdP) Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) Wien / Graz, am 12. April 2011 |