Aufruf zum Erhalt der Agnes-Miegel-Straße in Hildesheim In den vergangenen Wochen konnte man den lokalen Hildesheimer Medien entnehmen, daß eine Debatte über die Ochtersumer Agnes-Miegel-Straße entbrannt ist. Auslöser ist ein sogenanntes „Projekt Farbenfroh“, ein linker Zusammenschluß von Kindern und Jugendlichen. Diese Gruppe fordert die Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße und wird dabei von den Grünen, der SPD, der Linkspartei und radikalen linksextremistischen Gruppierungen unterstützt.
Deren Forderung begründet sich darin, daß die bedeutende ostpreußische Dichterin Agnes Miegel Sympathien für das dritte Reich gehabt hätte und wie Millionen andere Deutsche auch in staatlichen Organisationen Mitglied war. Weiterhin werfen die Linksextremisten der Dichterin vor, daß sie sich nicht von ihrem Werk „Ostland“ distanziert hätte, welches in dieser Zeit verfaßt wurde. Der Versuch den Namen Agnes Miegel aus der Öffentlichkeit zu verdrängen, ist dabei nicht nur auf Hildesheim begrenzt. Derzeit wird bundesweit versucht, Agnes-Miegel-Straßen umzubenennen, alleine im Umkreis von Hildesheim sind neben Sarstedt auch Celle und Söhlde betroffen. Einige Städte und Ortschaften haben bereits eine Umbenennung durchgesetzt, so z.B. zuletzt Erftstadt. Andere wie Söhlde, Ahlen-Vorhelm und Verden haben sich ausdrücklich gegen eine Umbenennung entschieden. Laut einer Umfrage der Hildesheimer Zeitung entscheidet sich eine überwältigende Mehrheit von 85,2 Prozent aus verschiedensten Gründen gegen eine Umbenennung. Wir haben uns neben der Verteilung von Flugblättern und Unterschriftensammlungen auch für diese Petition entschieden, um der deutlichen Mehrheit eine Stimme zu geben. Wir wollen damit konkret auf die Erhaltung der Hildesheimer Agnes-Miegel-Straße hinwirken und ein deutliches Signal in alle anderen betroffenen Städte und Gemeinden senden. Kulturerhalt geht uns alle an! Begründung: Agnes Miegel galt ab 1900 als bedeutendste lebende deutsche Balladendichterin, die insbesondere ihre ostpreußische Heimat verkörperte. Rund 40 Bücher und unzählige Gedichte hat sie bis zu ihrem Tode 1964 veröffentlicht und empfing dafür vierzehn Ehrungen, neben Literatur- und Kulturpreisen auch die Ehrenbürgerschaft ihrer zweiten Heimat Bad Nenndorf. Nach ihr wurden 40 Schulen und unzählige Straßen benannt, die Post gab ihr zu Ehren eine Briefmarke heraus und in Bad Nenndorf wurde ihr ein Denkmal errichtet. Heute muß man sagen, daß Agnes Miegel, welche von ihren Landsleuten liebevoll „Mutter Ostpreußen“ genannt wurde, eine der bedeutendsten Frauen in der deutschen Dichtung des 20. Jahrhunderts war. Dafür ist sie im Ausland hoch angesehen. Durch ihre ablehnende Haltung gegenüber der Dichterin bringen die Gegner von Agnes Miegel ihre kulturelle Armut zum Ausdruck. Doch das Urteil über ihre Zeit im Nationalsozialismus wurde bereits früher gefällt. Im Zuge, der im Auftrag der Alliierten Siegermächte, durchgeführten „Entnazifizierung“, wurde auch Agnes Miegel beleuchtet. Das Urteil lautet ausdrücklich „unbelastet“. Weiter heißt es wörtlich: „sowohl Motive wie Handlungen haben niemals NS-Geist verraten“. Wir fordern den Erhalt der Agnes-Miegel-Straße in Ochtersum, als wichtigen Beitrag zur Erinnerung an eine große Dichterin. Insbesondere, da die Straße in einem Gebiet liegt, das von vielen Heimatvertriebenen und deren Nachfahren bewohnt wird, müßte eine Erhaltung des Namens selbstverständlich sein. Es ist nicht tragbar, daß Stadt, Betriebe und Anwohner unter den finanziellen Kosten einer Umbenennung zu leiden haben. Es darf nicht sein, daß in einer Demokratie die überwältigende Mehrheit der Bürger durch eine politische Minderheit bevormundet wird. Kultur ist nicht austauschbar! Helfen Sie mit, den Straßennamen in Hildesheim zu erhalten und setzen Sie damit ein deutliches Zeichen zum Erhalt auch in anderen Städten. Gemeinsam können wir es schaffen! Christian Worch (Im Namen aller Unterzeichner) Parchim, 13.01.2011 (aktiv bis 12.03.2011) Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition zum Erhalt der Agnes-Miegel-Straße! Hier geht es zur Petition |